Thermischer Holzschutz

eine gesunde und sichere Alternative zum Schutz Ihres Eigentums

Oder warum man im Sommer heizen sollte....

Einsatz spezieller Heizdecken
Einsatz spezieller Heizdecken

Wenn es draußen wieder wärmer wird, sind nicht nur Tiere und Pflanzen in der freien Natur bestrebt sich zu vermehren. Auch "Holzwürmer" leben wieder auf, bauen sich ihr Heim, legen Eier ab und vermehren sich. Leider nicht zur Freude der Eigentümer von Gartenlauben und Eigenheimen. Oft wird kurzer Hand zu giftigen Chemikalien gegriffen, um dem zerstörerischen Werk ein Ende zu setzen.

Doch Vorsicht! Was Insekten tötet kann auch Menschen schaden.

Da nahezu alle Schäden am Holz auch mit zu hoher Feuchtigkeit in Verbindung stehen, haben sich die Sachverständigen und Techniker der "FEUCHTEKLINIK" mit diesem Thema intensiv beschäftigt. Auch hier werden sie dem Motto: "Trocken und gesund leben." gerecht, indem umweltfreundliche und ungiftige Alternativen eingesetzt und weiterentwickelt werden. Der Trick beim thermischen Holzschutz ist, dass etwa bei 45°C Eiweiß zersetzt wird. So werden die befallenen Hölzer sehr vorsichtig auf 55°C ( DIN 68 800 ) erhitzt, bis die Schädlinge abgetötet sind.

Die Kontrolle erfolgt mit Thermometern oder präzisen Sensoren die mit Computern verbunden sind. Die Anpassung dieser Messtechnik an das jeweilige Objekt, erlaubt eine sehr sensible thermische Behandlung. Sogar die Steuerung der Luftfeuchtigkeit ist möglich.

Am Ende der Behandlung wird ein Zertifikat mit Messprotokoll erstellt. Neubefall kann schon mit geringsten Mengen an Holzschutzmittel oder Farbe vermieden werden, denn das Holz muss jetzt nur noch "unappetitlich" für Schädlinge sein. Die Thermische Behandlung kann mit verschiedenen Verfahren der Erhitzung wie Mikrowellen, Infrarotwellen, Heißluft erfolgen. Die Geräte arbeiten mit Gas, öl oder Elektro. Es ist sogar möglich einzelnen Balken in spezielle Heizdecken einzuhüllen (siehe Foto).

Fachleute sollten die Aktivität des Befalles beurteilen und einschätzen, welches Verfahren oder Verfahrenskombination am besten geeignet ist. Nahezu alle holzzerstörenden Organismen, auch der gefürchtete Echte Hausschwamm, können erfolgreich und sicher bekämpft werden. Hier ist der Einsatz der thermischen Verfahren besonders sinnvoll, denn er wächst auch durch Mauerwerke hindurch, die quasi auf einmal beheizt werden können.


Von A wie Antiquitäten über D wie Dachstühle bis Z wie Zargen werden thermisch behandelt. Besonders namhafte Objekte wie die Orangerie in Schloß Sanc Soussie, die Domäne Dahlem oder gerade in diesen Tagen die Heilig-Geist-Kapelle, mit dem ältesten Dachstuhl im Zentrum Berlins wurden und werden auf diese Art vor dem Verfall geschützt.

Ein historisches Treppengeländer in Potsdam konnte vor der Zerstörung durch Nagekäfer wirkungsvoll und ohne größere Baumaßnahmen geschützt werden indem das Heizdecken-Verfahren angewandt wurde. Gartenhäuschen aus Holz sind ebenfalls gern gesehene Nahrungsgrundlage für Holzzerstörer. Ob ein undichtes Dach oder Feuchte von unten reicht aus, um Pilze wachsen zu lassen. Hier wird das gesamte Gebäude vorsichtig auf 60°C erhitzt, bis alle Schädlinge getötet sind. Ebenso, wenn ganze Dachstühle befallen sind.

Übrigens eignet sich der Einsatz des thermischen Verfahrens besonders im Sommer, denn da sind die notwendigen Temperaturen viel schneller zu erreichen als im Winter. Das spart Geld und ist besser für Gebäude oder Bauteile.

Ingo Thümler
Sachkundiger für Holzschutz an Gebäuden